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Leckortung mit dem Lecksuchgerät HG 4:

das Lecksuchgerät HG4

Mangelhaft ausgeführte oder beschädigte Abdichtungen auf Flachdächern, Balkonen und Terrassen führen häufig zu erheblichen Schäden an Gebäuden. Der Aufwand für eine optische Kontrolle der Abdichtung ist besonders auf genutzten Flächen häufig mit großem Aufwand verbunden. Deshalb gibt es seit längerer Zeit Versuche, Leckortungssysteme zu entwickeln, welche eine genaue Ortung der Undichtigkeiten ermöglichen, ohne den darüber liegenden Aufbau zu beseitigen.


In diesem Beitrag soll das Leckortungssystem nach dem Prinzip der Potenzialausgleichsmessung beschrieben werden.


Für die Durchführung der Messungen entwickelte beispielsweise die Firma Geesen Messgeräte GmbH in Ramsloh das Messgerät Typ HG 4. Dieses Gerät besteht aus einem Impulsgenerator und einem Impulsempfänger.


Auf der zu messenden Fläche wird eine umlaufende Leiterschleife verlegt und zu einem Ring verbunden. An dieser Leiterschleife wird der Minuspol des Impulsgenerators angeschlossen. Der Impulsgenerator gibt Gleichstromimpulse mit einer Stärke von 40 V und einem Takt von drei Sekunden ab.


das Messprinzip im Bild


Bei geerdeten Unterkonstruktionen, z.B. Stahlblech oder Stahlbetondecken, wird der Pluspol am Gerät mit der Erdungsbuchse verbunden. Bei nicht leitenden Unterkonstruktionen, z.B. Holzdecken, wird der Erdungspol an die Leckstelle angeschlossen bzw. es wird eine Verbindung zum Erdpotenzial durch Anschluss an geerdete Bauteile wie Wasserleitungen, Heizung hergestellt.


Da fast alle Abdichtungen elektrisch gesehen Isolierungen darstellen, fließt auf der Dachhaut nur ein Strom, wenn eine Leckage vorhanden ist. Das heißt, vom Erdpotenzial fließt ein Strom durch das Loch in der Dachhaut über die Dachhaut zur umlaufenden Ringleitung. Dieser Stromfluss auf der Dachhaut wird mit den Stabelektroden im Mikroamperebereich gemessen. Die Stabelektroden sind mit dem Empfangsgerät verbunden. Das vorhandene Mikroamperemeter mit Wechselausschlag zeigt den Stab an, welcher sich näher zur Schadstelle befindet. Man setzt die Stäbe weiter in diese Richtung, bis ein Wechselausschlag bzw. ein Umschlag am Messgerät erfolgt. Danach dreht man sich um 90° und führt die Messungen in dieser Richtung weiter. Bei einiger Erfahrung mit dem Messgerät ist somit eine zentimetergenaue Einmessung der Leckage in der Abdichtungslage gewährleistet.


Einsatzmöglichkeiten

Einsatzgrenzen

Auf der zu messenden Fläche dürfen keine leitenden Bauteile vorhanden sein, welche mit dem Erdpotenzial Verbindung haben, z.B. Blitzschutz, Stützen von Kühlaggregaten, Geländerstützen, Stützen von Abgrenzungen oder Ähnliches. Besondere Probleme bereiten geerdete Trittschutzbleche. Diese Erdableitungen müssen freigelegt werden, sodass die Verbindung mit der zu messenden Fläche bzw. mit der Dachhaut unterbrochen wird. Ist eine Unterbrechung nicht möglich, wie z.B. bei Metalldachabläufen, können diese Teile durch Legen einer Leiterschleife ausgespart werden. Auf Dächern mit sehr vielen Aufbauten kann aber das Aussparen bzw. Freilegen einen erheblichen Arbeitsumfang einnehmen.

Flächengröße und Dauer des Messeinsatzes

Mit dem Potenzialausgleichmessverfahren können auch sehr große Flächen in einem Zug gemessen werden. Das heißt, eine Fläche von 3.000 m² und mehr kann mit Sicherheit ohne zusätzliche Maßnahmen abgetastet werden. Nachteilig wirkt sich dabei aus, dass Teilflächen nicht separat gemessen werden können, sondern es muss immer die Leiterschleife an der Außenkante der Dachfläche verlegt werden.


Die Einsatzzeit ist sehr stark von den gefundenen Beschädigungen abhängig, denn es ist in der Regel ratsam, die vorhandene Beschädigung fachgerecht zu überarbeiten; erst danach kann die Messung fortgeführt werden. In Ausnahmefällen kann auch eine Schadstelle durch Legen einer Leiterschleife ausgespart werden, was aber nicht der Regelfall ist. Der Erfahrungswert liegt bei ca. 1.000 m² Dachfläche an einem Arbeitstag, bei Vorhandensein von vier bis fünf zu überarbeiteten Schadstellen.

Sondereinsatz

Mit dem Messverfahren können auch abgedichtete Terrassen mit Erdberührung und Tiefgaragen eingemessen werden. Dazu ist es aber notwendig, einen Trenngraben im Bereich der heruntergeführten Dichtung herzustellen. In diesem Trenngraben muss die Dichtungsebene eindeutig sichtbar vorhanden sein und frei von überleitenden Teilen wie Drainagematten usw. sein.


Die Messung ist auch in mit Kunststoffdichtungsbahnen abgedichteten Schwimmbecken oder Gartenteichen möglich. Hier gilt das Gleiche wie bei der Messung mit erdberührenden Terrassen oder Tiefgaragen.



Für eine Beauftragung zur Dacheinmesung können Sie dieses Formular (pdf Datei ca.20kB) nutzen. Füllen Sie es einfach aus und lassen sie es uns zukommen.